Yongbo Zhao

Biografie


1964

Yongbo Zhao wird in dem Dorf Hailong in der Provinz Jilin, Mandschurei / Volksrepublik China geboren.

Er hat vier ältere Schwestern, von denen zwei in jungen Jahren versterben. Sein Vater, Sohn eines Großgrundbesitzers, leitet die Gemeindeschule. Seine Mutter, Tochter von landlosen Arbeitern, lässt Yongbos Geburtsdatum im Registeramt so eintragen, dass es ins Mondzeichen des Drachen fällt, das u. a. für Willensstärke, Energie, Reichtum und ein langes Leben steht.


1970–1980

Yongbos zeichnerische Begabung tritt früh zutage. Bereits in der Grundschule malt er auf Geheiß des Lehrers seine Entwürfe an die Tafel, damit seine Klassenkameraden von ihm lernen können. Er wird beauftragt, Zimmer- und Hauswände zu bemalen.


1980

Von Professor Jian Guan von der Malakademie der Provinz Jilin wird der 16-jährige Yongbo zu einem einmonatigen Malkurs eingeladen. Der Professor bescheinigt ihm anschließend in einem Brief an Yongbos Vater »großes Talent«.


1982–1986

Studium der Malerei an der Northeast Normal University in Changchun, Provinz Jilin. Teilnahme an ersten Ausstellungen im Kunstmuseum der Provinz Jilin.


1986–1991

Im Alter von 22 Jahren erhält Zhao einen Lehrauftrag für abendländische Malerei und Kunstgeschichte an der Northeast Normal University in Changchun, Provinz Jilin.


1987

Yongbo Zhao erhält den 1. Preis der Allchinesischen Kunstausstellung zu Ehren des 60. Geburtstags der Volksbefreiungsarmee des Kunstmuseums Peking.


1990

Aufnahme in das Große Lexikon Bildender Künstler Chinas der Gegenwart. Er nimmt als einer der 15 chinesischen Künstler an der Internationalen Kunstausstellung in Ankara, Türkei, teil. Der Erlös aus den dort getätigten Bildverkäufen ermöglicht es ihm, sich im folgenden Jahr die Zugfahrkarte nach Europa zu kaufen.


1991

Über Moskau gelangt Zhao mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Deutschland, um dort seine großen Vorbilder, die Alten Meister, im Original zu sehen und sie zu studieren. Mehrere Versuche, sich an Kunstakademien zu bewerben, scheitern vor allem an der Sprachbarriere. Professor Robin Page an der Münchner Kunstakademie erkennt sein außergewöhnliches Talent und nimmt ihn in seine Malklasse auf. Um sich finanziell über Wasser zu halten, arbeitet Zhao Anfang der 90er Jahre u. a. als Tellerwäscher in China-Restaurants sowie als Gärtner und Hilfsarbeiter. Als Straßenkünstler auf der Münchner Leopoldstraße fertigt er Porträts von Passanten an, um sich von dem Erlös Malutensilien zu kaufen.


1991–1993

Durch die Begegnung mit der westlichen Kunst kommt es in Zhaos Malerei zu einer Neuorientierung. Dies hat zur Folge, dass er mit der vom Sozialistischen Realismus geprägten Bilderwelt bricht und eine dreijährige Schaffenspause einlegt. In dieser Zeit studiert er in den Museen die europäischen Meister wie Monet, Courbet, Rubens oder die Präraffaeliten. Er bezieht sein Atelier in der Domagkstraße, München, in dem er bis heute arbeitet.


1994

Sein erstes großes Diptychon Mao und Ophelia entsteht.


1995

Einzelausstellung in der Galerie Brochier, München. Teilnahme an der Art Nocturne Knocke in Knokke-Heist, Belgien, eine der wichtigsten Kunstmessen Europas.


1996

Zusammen mit Robin Page und Erich Gohl gründet er die Künstlergruppe Neue Helden. In ihrem Manifest heißt es »Unerträglich für Wohnzimmerwände gehören die Bilder hinter den Stacheldraht der Museen großer heroischer Sinnesschlachten«. Einzelausstellung in der Galerie Schloss Hirschbichl, Emmering bei Wasserburg.


1997

Die Bilderserie Revolutionäre Familie entsteht, in der Zhao sich und seine Familie als Schafsköpfe porträtiert. Die Galerie Hartmut Beck in Erlangen zeigt seine Werke in einer Einzelausstellung. Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München.


1998

Abschluss an der Münchner Kunstakademie als Meisterschüler von Professor Page.


2000

Mitglied der Münchner Künstlervereinigung Münchener Secession. Zahlreiche Einzelausstellungen u. a. in der Galerie KK, Essen, mit der Zhao bis heute zusammenarbeitet.


2001–2003

Einzelausstellung u. a. in der cubus kunsthalle in Duisburg, Erotic Art Museum, Hamburg, sowie Teilnahme an der Großen Kunstausstellung in Düsseldorf.


2003–2006

Teilnahme an der Wanderausstellung Life as a Legend: Marilyn Monroe, die in den folgenden Jahren u. a. in London, Madrid, Hamburg, Dallas, Texas, und Boca Raton, Florida, zu sehen ist.


2006

Zhaos Werke werden in der One Man Show der art Karlsruhe gezeigt. Seit November lehrt Zhao als Gastprofessor an der Kunstakademie der Provinz Jilin, Mandschurei / Volksrepublik China.


2009

Ausstellung Yongbo Zhao und Johannes Grützke: Werkschau und Graphikausstellung in der Kunsthalle Ammersee, Stegen, sowie Teilnahme an der Ausstellung Provokation! Goya, Daumier und Yongbo Zhao – Kritiker und Spötter ihrer Zeit im Kunsthaus Kaufbeuren.


2010

Professur an der Forschungsakademie für Gegenwartskunst sowie Professur an dem Forschungsinstitut für Gegenwartskunst der Provinz Heilongjiang. Ausstellungen Yongbo Zhao im Rosenheim-Museum, Offenbach, und Francisco Goya – Yongbo Zhao: Der Traum der Vernunft. Zwei Künstler im Dialog in der Galerie Walz, Überlingen.


2011

Teilnahme an der Großen Kunstausstellung im Haus der Kunst, München. Im September erhält er eine Professur an der Northeast Normal University in Changchun, Provinz Jilin.


2012

Seit April lehrt Zhao als Gastprofessor an der Capital Normal University in Peking. Von Anfang Juli bis Anfang September sind anlässlich der 925-Jahr-Feier von Krailling Zhaos Werke in einer großen Retrospektive zu sehen.


Yongbo Zhao lebt mit seiner Familie in Krailling bei München und arbeitet als Künstler und Professor in München und Peking und Changchun.